Deas kluine Glück
„Jo Josef, i frog mi oft wie du deas machesch mit diene fief Kiah. Do kasch jo gar numm iberleabe. Mir hond zwanzg, aber wenn Gudrun it zum Butze gieng und i halbdags in Baywa zum Schaffe, do deated mir ganz dumm us dr Wäsch gucke.“
„Jo deas gloub i eich scho. Do ho hald i dean große Vordoil, dass isa Schtadl direkt a de Bundesschtross liegd.“
„Jo was hot jetzt deas mit deam zum dua?“ „Deas ka i dir scho sage. Uf dia Idee hond mi isere Schpitzenschportler brocht. Dia lupfed doch kuin Fuaß, wenn se kui Geald krieged vu ihre Schponsore. Und wenn heid a Häs koufsch, do isch iberal an Bepper dob, so dass du glei fir dia wiedr Werbung machsch. Aber Rabatt kriesch kuin, it fir a Hemmed und oh it fir a Hose.
Wia jetzt do amol uiner kumme isch vom Möbl Brauchle und gfroged hot ob er an isern Schtadl a Metallschild eiemache kinnt, als Hinweis wie guat ihre Möbl sind und wo ma se finde ka. Ho i mir denkt wieso it. Und ho mi mit deam Ma uf dreißg Euro pro Monat geinigt. Sozusagen als Werbeträger, vrschtosch. Dear war ivrschtande und so hot oh deas Gschäftle agfange. De Mc Donald‘s wo zwoi Kilometer witr si Bude hot, zahlt fierzg Euro im Monat fir si Blechschild. De Mode Junginger und ‘s Autohaus Rimmele hond nocher nochzoge mit je fuchzg Euro. Wenn i also so nocherechne, wenn dear Schtadl iber d‘ Hälfte zuadeckt isch mit Werbeschildr ka i d‘ Landwirtschaft ufgeah und no guat leabe.
I ho mir scho iberlegd ob i dean Schtadl hind da no a bizle vrlängere sot.“
 Märchen
An Zaubr us ra andre Wealt
in Kindrauge gmoled,
hond d’ Schtern und dr Mond is i de Märchen
vom Himml abergholed.
Im Wolkeschloss in diefer Schtille,
wo d’ Zit kuin Name hot,
do leabed dia Traumfigura
bei Wind und Sunnegott.
Do vrwached fremde Ländr
us ra rabeschwarze Nacht.
As git Vögl wo schwetze kinned
und an Bearg dear singt und lacht.
Doch isa Wealt hot kalte Summr,
wo as fir Märchen kui Gedanke git.
Als fremda Dromm im Schilf gebore,
schlofed se in ra ferne Zit.
Heid werred isre Märchen
vu Software produziert,
wo ‘s Kindrauge gierig
in an Bildschirm ie schtiert.
De Schtumpfsinn isrer Däg
im Rechner dinn vrschteckt,
wo Märchen ärmr werred,
fir Konsum und Gwinn entdeckt.
Doch d’ Bluma hört mas sage
und dia ganz Märchenwealt:
„Mir dädet gern bei eich do bliebe,
wenn jemand do wär, wo vu is vrzellt.“
 Gipflgeschpräch
„No so an Sonntag wia dr leatscht“, seit dr Hohgrot zum Rindalphorn, „nocher dreh i durch! Dia hufe Lit! I sag jo nix, wenn uim hundert ufm Kopf rumdramplet, aber taused, deas isch uifach zviel.“ „Jo, do muaß i dir reat geah“, muit ’s Rindalphorn.„Und was mi am moischte ärgret, i ho allat no Kopfweh vu deane scheiß Schtöcklesschuah. Du kasch dr it vorschtelle, wia oft i mir scho gwunsche het, i wär so a richtiga schteiler Klettrberg, wo Schtuilawine abergond, wenn i mit dr Schtirn runzle.“ „Jo, deas wärs, abr do sind isre Hitte zwit dunda. Allad meh kummed afange, vu deana junge Vätr, mit ihre kindische Draggschtell, als wia wenn dia Bälg ou scho ebbs vu ra Ussicht vrschtande dädet. Leatschn hot uiner ufm Gipfl si Giege russzoge und hot La Paloma gschpielt, „die weiße Taube“. Miene Bergdohle hond Dräna glachet!“
„Aber uis muaß ma deana Bergwanderer doch long, wenn se is oh am Sunntag so heargrichted hond“, muit dr Hohgrot. „Dean herrliche Facklzug, dean se is am Obed no beschert hond, mit deane viele taused Liechtr.“
„Aber deas war sicher unfreiwillig“, moint ‘s Rindalphorn, „deas war doch dear Autoschtau bis noch Immestadt.“
„Trotzdeam, ohne Bergwanderer wet i numm si“, muit dr Hohgrot. „I ho mi scho so a sea gwehnt, ob uinzeln odr in Rudln.“
 Gedanke
D’ Wolka, d’ Bearg und d’ Sunne
sind heid ganz vrschmiert.
Ho mit Luage und Gedanke
deas Bild im Kopf notiert.
I mecht in mir mitnemme
vom Summrdag a Schtuck.
Diaf in mir mechtn hebe,
so denk i öfters zruck.
Gedankewealt, in dir dahui,
Skizza fir di, fir di allui.
Dia schmale kluine Fealdweag
und d’ Farba duss im Moos.
So vieles ho i gsammled,
i kumm numm drvo los.
Dia Bluma det am Simse,
oft aguckt bloß zum Bsinne,
si hond mir ohne Wörtr
so vieles sage kinne.
Wenns Kindrbild de Neabl schtroift
und d’ Jugend vu de Zit vrblasst,
sinds Gedanke, dia fir di
deas alls zu Bildr fasst.
Im Schpiegl siesch wies wandred,
um is, do bliebt nix schtong,
Gedanke lond Erlebtes
in is dinn witrgong.
 Kaffeerunde
Jetzt hot deas doch endlich amol klappt mit isam Kaffene. Deas isch gar it so uifach, bis do alle zemmet bringsch. Dia uine sind uf de Baleare, dia andere in Tailand odr su’s irgendwo uf dear Wealt. Jo Marie, deas muaß i grad no sage, deas war ’s leatschde mol, dass i in Tunesien beim Bade war, alls volla Qualle. Deas vier Schterne Hotel deat bei is it amol uin kriege. Jo so ebbs ho i oh scho vrleabt in Jakarta. Deas hom‘r is abr it gfalle long, do isch as zu am Prozessle kumme. Mei as isch scho schwer, dass ma allad deas Richtige vrwischt. Was kinnt ma doch alls mache. Jetzt ware‘ mr vor zwoi Johr am Baikalsee und ’s letscht Johr in Kalifornien. Und heier endlich, mien große Dromm, noch Neuseeland. Was oh ganz supr war, vor vier Johr uf de Fidschi Insla dia Sunneuntrgäng und jeden Dag deas fünf Gänge Menü. Verruckt! Jo mir mached eher so Schtätdetoura, wia letscht’s Johr so Barcelona und Madrid. Hald uf Kultur. Sichr wird deas allad schwieriger. In Peru, deas hot is guat gfalle, do kasch acht Wocha leabe, do wär bei is in ra Woche scho ’s Geald weg. I woiß jetzt it was de Karl heier vor hot, er suacht irgend a Hotel in Indien. Jo und Senz wo gond ihr heier na? Mei de Adolf wett heier wiedr in Schwarzwald fahre. In de Schwarzwald? Oh je. Do kasch jo glei dahui in Gebratzhofe bliebe.
Huimat
Je witr i vu dahui aweg bi,
um so diefr hocksch du i mir dinn.
In am fremde Land, in vrlorene Däg,
krieht deas Wort „Dahui” so viel Sinn.
D’ Auge lerneds vrschtong
im dunkle Kloid vu ra Schtadt.
Du schpiersch deas Fuier,
wo ma in dir dinn hot glegt.
I de lange grade Schtroßa, Hus an Hus,
loufed Gschichta vu dahui in mir dinn us.
I sieh vor mir dia Hiesr am Rui,
wie de Obed d’ Wealt riebig macht.
Doch um mi rum dia Liechtr, die Schtadt,
wos kuin Wechsl git vu Dag und vu Nacht.
Im Urwald vom Leabe
vrliersch diene Gfühl,
‘s kalt Liecht frisst sich dief i di nie.
Doch i sieh iber mir
dia gwirblede Wolka no zieh,
die mir saged: ‘s Dahui vrgisch nia.